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Vorlage von Energieausweisen nach der EnEV 2014

Am 01.05.2014 tritt die Zweite Verordnung zur Änderung der Energieeinsparverordnung vom 18. November 2013 (BGBl. I S. 3951) (EnEV 2014) in Kraft.

Hiermit werden unter anderem die Vorschriften zur Vorlage von Energieausweisen vor allem durch Verkäufer, Vermieter und Verpächter von Immobilien neu geregelt.

1. Pflichten bei der Errichtung von Gebäuden

Gemäß § 16 Abs. 1 EnEV 2014 hat der Bauherr bei der Errichtung von Gebäuden sicherzustellen, dass ihm, wenn er zugleich Eigentümer des Gebäudes ist, oder dem Eigentümer des Gebäudes ein Energieausweis unter Zugrundelegung der energetischen Eigenschaften des fertig gestellten Gebäudes ausgestellt und der Energieausweis oder eine Kopie hiervon übergeben wird.

Die Ausstellung und die Übergabe müssen unverzüglich nach Fertigstellung des Gebäudes erfolgen.

2. Pflichten bei Verkauf von Gebäuden

Wenn ein mit einem Gebäude bebautes Grundstück, ein Erbbaurecht an einem bebauten Grundstück oder ein Wohnungs- oder Teileigentum verkauft werden, hat der Verkäufer dem potenziellen Käufer gemäß § 16 Abs. 2 EnEV 2014 spätestens bei der Besichtigung einen Energieausweis oder eine Kopie hiervon vorzulegen.

Findet keine Besichtigung statt, hat der Verkäufer den Energieausweis oder eine Kopie hiervon dem potenziellen Käufer unverzüglich vorzulegen; der Verkäufer muss den Energieausweis oder eine Kopie hiervon spätestens unverzüglich dann vorlegen, wenn der potenzielle Käufer ihn hierzu auffordert.

Unverzüglich nach Abschluss des Kaufvertrages hat der Verkäufer dem Käufer den Energieausweis oder eine Kopie hiervon zu übergeben.

Besonderheiten gelten für Gebäude mit starkem Publikumsverkehr, kleine Gebäude und Baudenkmäler.

3. Pflichten bei Vermietung oder Verpachtung von Gebäuden

Die vorgenannten Verpflichtungen treffen gemäß § 16 Abs. 2 EnEV 2014 auch den Vermieter, Verpächter und Leasinggeber im Zuge der Vermietung, der Verpachtung oder dem Leasing eines Gebäudes, einer Wohnung oder einer sonstigen selbständigen Nutzungseinheit.

4. Pflichtangaben in Immobilienanzeigen

§16a EnEV 2014 bestimmt neue Pflichtangaben in Immobilienanzeigen:

Wird in Fällen des Verkaufs eines mit einem Gebäude bebauten Grundstücks, eines Erbbaurechts an einem bebauten Grundstück oder eines Wohnungs- oder Teileigentums vor dem Verkauf eine Immobilienanzeige in kommerziellen Medien aufgegeben und liegt zu diesem Zeitpunkt ein Energieausweis vor, so hat der Verkäufer sicherzustellen, dass die Immobilienanzeige folgende Pflichtangaben enthält:

1. die Art des Energieausweises: Energiebedarfsausweis oder Energieverbrauchsausweis,
2. den im Energieausweis genannten Wert des Endenergiebedarfs oder Endenergieverbrauchs für das Gebäude,
3. die im Energieausweis genannten wesentlichen Energieträger für die Heizung des Gebäudes,
4. bei Wohngebäuden das im Energieausweis genannte Baujahr und
5. bei Wohngebäuden die im Energieausweis genannte Energieeffizienzklasse.

Die Verpflichtung betrifft vor allem Anzeigen in Zeitungen, Zeitschriften und im Internet, wohl auch Anzeigen auf Internetseiten eines Maklers.

Sie trifft den Verkäufer auch dann, wenn er einen Makler mit der Aufgabe der Immobilienanzeige beauftragt.

Dies gilt entsprechend für den Vermieter, Verpächter und Leasinggeber bei Immobilienanzeigen zur Vermietung, Verpachtung oder zum Leasing eines Gebäudes, einer Wohnung oder einer sonstigen selbständigen Nutzungseinheit.

Falsche Daten in den Pflichtangaben können zu einem Sachmangel der Immobilie führen und den Käufer beispielsweise zu Schadensersatz oder Minderung des Kaufpreises berechtigen.

5. Grundsätze des Energieausweises

Energieausweise werden auf der Grundlage des berechneten Energiebedarfs (Energiebedarfsausweis) oder des erfassten Energieverbrauchs (Energieverbrauchsausweis) ausgestellt. Es ist zulässig, sowohl den Energiebedarf als auch den Energieverbrauch anzugeben.

Energieausweise für Neubauten dürfen nur auf der Grundlage des Energiebedarfs ausgestellt werden.

In den Fällen des beabsichtigten Verkaufs, der Vermietung oder Verpachtung von Immobilien sind ab dem 1.Oktober 2008 Energieausweise für Wohngebäude, die weniger als fünf Wohnungen haben und für die der Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt worden ist, grundsätzlich auf der Grundlage des Energiebedarfs auszustellen.

6. Ausstellungsberechtigung

Zur Ausstellung von Energieausweisen für bestehende Gebäude sind beispielsweise Architekten, Innenarchitekten, Bauingenieure, Maschinenbauer oder Elektrotechniker, außerdem Schornsteinfeger sowie eingetragene Handwerksmeister berechtigt.

Voraussetzung ist allerdings ein entsprechender Ausbildungsschwerpunkt im Studium, eine mindestens zweijährige entsprechende Berufserfahrung, eine erfolgreiche Fortbildung im Bereich des energiesparenden Bauens oder eine öffentliche Bestellung als vereidigter Sachverständiger in diesem Bereich.

7. Übergangsregelungen

Übergangsregelungen gelten für Energieausweise, die vor dem 1. Mai 2014 ausgestellt worden sind.

Für Energieausweise, die zwischen dem 01.10.2007 und dem 30.04.2014 ausgestellt worden sind, gelten gem. § 29 EnEV 2014 teilweise abweichende Pflichtangaben in Immobilienanzeigen.